St. Pauli trauert

Der FC St. Pauli trauert um einen seiner größten Spieler. Am Montag, 1. August, erreichte den Club die Nachricht vom Tod von Harald Stender, der im Alter von 86 Jahren (*18. Dezember 1924) verstorben ist.

78 Jahre lebte Harald Stender mit und für den FC St. Pauli. Erst als Spieler, dann als Mitglied der Altiliga-Mannschaft und als Vorsitzender des Ehrenrates. Im Alter von acht Jahren meldete sein Vater Harald Stender am 1. April 1933 beim FC St. Pauli an.

Stender, der mit 17 Jahren zur Armee eingezogen wurde, kam nach seiner Rückkehr nach Hamburg 1945 über das Reserveteam in jene Mannschaft des Clubs, die über Jahre als so genannte „Wunderelf“ in der Spitze des deutschen Fußballs mitmischte.

Als einer von drei gebürtigen Hamburgern in der Mannschaft erreichte der kampf- und konditionsstarke rechte Läufer bis Anfang der 1950er Jahre etliche sportliche Höhepunkte: Stadtligameister, 15 Spiele in den Endrunden um die Deutsche Meisterschaft, viermaliger Norddeutscher Vizemeister. 1948 wurde der sympathische Spieler des FC St. Pauli von den Lesern der Hamburger Morgenpost zu Hamburgs beliebtestem Sportler gewählt.

Ein Schlüsseljahr stellte für den gelernten Autoschlosser das Jahr 1951 dar. Zunächst wurde er von Bundestrainer Sepp Herberger zu einem Sichtungslehrgang eingeladen, dann erlitt er bei einem Zweikampf mit Werder Bremens Torhüter Ilic einen doppelten Schädelbasisbruch. Während die Nationalmannschaftskarriere endete bevor sie eigentlich begann, stand Stender bereits zehn Wochen nach seinem Unfall wieder für seinen Verein auf dem Platz. In den folgenden Jahren wurde Stender zum Kapitän der ersten Mannschaft und der dreifache Familienvater übernahm immer mehr Verantwortung im Team. Am 24. April 1960 bestritt Harald Stender bei einem 2:0-Sieg gegen Eintracht Osnabrück das letzte Spiel seiner Karriere. Mit 336 Oberligaspielen, die er allesamt für den FC St. Pauli bestritt, ist Stender der Rekordspieler der Braun-Weißen.

Seine aktive Laufbahn war damit aber noch nicht beendet. Bis 1994 spielte Harald Stender, der im „zivilen“ Leben über 37 Jahre seine Tankstelle an der Stresemann führte, noch in der Altliga-Mannschaft. Außerdem war er seinem FC St. Pauli stets verbunden und engagierte sich bis 2003 als Vorsitzender im Ehrenrat.

Der FC St. Pauli verliert mit Harald Stender nicht nur einen herausragenden Sportler, sondern auch einen außergewöhnlichen Menschen, der den Club mit seinem Engagement nicht nur auf sondern auch neben dem Platz in außerordentlichem Maße geprägt hat. Unser tiefes Mitgefühl gehört seiner Familie. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.